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Weniger WhatsApp & Facebook – mehr Instagram

Die ersten Zahlen für 2021 zeigen: Deutsche nutzen Instagram intensiver und Facebook weniger. Auch WhatsApp wird weniger geöffnet — der deutliche Rückgang überrascht.

Worum es geht: Normalerweise erscheint im Oktober die jährliche Auswertung der ARD ZDF Onlinestudie. In diesem Jahr werden die neuen Daten aber erst im November präsentiert. Die Studie ist deswegen interessant, weil sie einen unabhängigen repräsentativen Blick auf die digitale Mediennutzung der deutschsprachigen Bevölkerung gibt. Einen Vorgeschmack auf die Veränderungen der letzten Monate gibt es jetzt von Statista. Ein Update des Global Consumer Survey zeigt aktualisierte Daten, wie Social-Media- und Messenger-Nutzer*innen die Apps der Meta-Familie (ehemals Facebook) regelmäßig nutzen.

Die Zahlen: Nur Instagram legt in Deutschland noch zu — fasst Statista die Ergebnisse zusammen. Mehr als 1400 Messenger- und mehr als 1500 Social-Media-Nutzer*innen sind hierzu befragt worden. Tatsächlich geben 57% der Befragten an, Instagram regelmässig zu nutzen (2020: 54%). Facebook wird von 71% regelmässig genutzt, was einem Rückgang von sieben Prozentpunkten entspricht. WhatsApp wird von 88% genannt — im Vorjahr waren es sogar 94%.

Infografik: Nur Instagram legt in Deutschland noch zu | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Ein Vergleich mit anderen Umfragen ist schwierig, da Statista im frei zugänglichen Bereich den Zeitraum “regelmässig” nicht definiert. Wir erwarten aber, dass die Tendenz bei der ARD ZDF Onlinestudie ähnlich ausfallen wird.

Warum das interessant ist: Die Entwicklung entspricht den Debatten in der Social- und Medien-Branche. Die Entwicklung von Facebook überrascht uns nicht, schließlich posten persönliche Bekannte aktiver auf Instagram und tägliche Anwendungsfälle (wie Veranstaltungen) für Facebook sind seit der Corona-Pandemie weggefallen. Allerdings wollen wir noch einmal betonen: Facebook ist nach wie vor das größte Netzwerke, über das Medienschaffende die meisten Menschen erreichen können.

Nur WhatsApp wird von mehr Menschen genutzt, aber mit dem Aus der Duldung der Newsletter, ist der Messenger für Qualitätsjournalismus nicht mehr zugänglich. Interessant ist aber der deutliche Rückgang: Das dürfte mit der öffentliche Debatte um die neuen Nutzungsbedingungen zusammenhängen, die seit der letzten Statista-Welle stattgefunden hat. Signal und Telegram präsentierten sich als Messenger-Alternative für verunsicherte WhatsApp-Nutzer*innen und sind dabei von der Medien-Berichterstattung wohlwollend begleitet worden. Wieviele Nutzer*innen tatsächlich abgewandert sind, war bisher nicht bekannt. Diese Zahlen dürften einen ersten Hinweis geben.

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