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ARD plant kostenpflichtige Apps

Die Argumentation ist einfach. Wer früher beim ZDF ein Kochrezept entdeckte, mußte Briefmarken mitschicken, um es per Post geschickt zu bekommen. Wer bei der ARD einen Mitschnitt bestellte, hatte die VHS-Kassette auch zu bezahlen. Zusatzleistungen kosten.

Mit diesem Vergleich fordern Verleger, dass ARD und ZDF ihre Apps kostenpflichtig anbieten. Der Grund: Die Verleger sehen eine Wettbewerbsverzerrung bei der Digitalisierung durch das öffentlich-rechtliche Fernsehen. “Wir suchen eine konstruktive Lösung”, betonte Axel-Springer-Vorstand Mathias Döpfner auf den Münchener Medientagen.

Verleger müssen die Chancen der Digitalisierung auch dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen zugestehen, so Döpfner.  Inhaltliche Einschränkungen, wie diese sich aus dem Drei-Stufen-Test ergeben, würden seinem Freiheitsverständnis widersprechen. Auf der anderen Seite müsse es faire Marktchancen für die Verleger geben.

Gefährlicher als Gratis-Zeitung

“Eine Gratis-Zeitung von ARD und ZDF ist für uns weniger bedrohlich, als die Gratis-Apps von ARD und ZDF”, erklärte der Springer-Chef. Zwar sind Zeitungen noch das größere Geschäft, die Zukunft gehöre aber dem digitalen Bereich. “Wenn ARD und ZDF auf diesen Plattform kostenlose Inhalte anbieten, haben wir schlichtweg kein Geschäftsmodell.”

Mathias Döpfners Lösung sieht einfach aus: “Es müßte sichergestellt werden, dass alle neuen Angebote, insbesondere auf Smartphones, Gebühren erheben. Zumindest in der Phase der Entwicklung des Geschäftes soll man die Gebühr direkt beim Nutzer erheben. Ganz konkret: Die Apps müssen kostenpflichtig sein.” Es gehe Döpfner darum, eine Bezahlkultur zu erhalten, als Grundlage für das Geschäftsmodell aller Inhalteanbieter.

Gratis-Apps sind keine Ideologie

Diese Haltung trifft bei den öffentlich-rechtlichen Sendern auf keinen Widerstand. “Was ist die Rolle des Öffentlich-Rechtlichen-Rundfunks auf dem mobilen Markt?” fragte ZDF-Intendant Markus Schächter und forderte eine Diskussion.

Der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust schloss sich der Meinung seines ZDF-Kollegen an: “Wenn wir im Digitalen mit den Verlagen aufeinander stoßen und es Probleme gibt, dann können wir sachlich darüber diskutieren.”  Er ging sogar noch einen Schritt weiter. “Wir werden die sogenannten Gratis-Apps als Ideologie vertreten. Tagesschau.de wird ein unentgeltliches App sein. Wir werden aber auch mit Apps herausgehen, die dann zusätzliche Entgelte erfordern.” Ihm ist es aber wichtig, dass die Entwicklungschancen dem öffentlich-rechtlichen-Rundfunk in der digitalen Welt aber nicht streitig gemacht werden.

Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis es auch ARD-Apps gibt, für die Geld zu bezahlen sind.

Aber ob dieser “faire Wettbewerb” dem Zuschauer zu vermitteln ist? Bei dieser Diskussion ist bisher eine wichtige Frage nicht diskutiert worden: Warum der Zuschauer für Inhalte bezahlen muss, für die er bereits im Monat rund 18 Euro bezahlt.

Update: Lesetipp – auch Heiko Hilker hat bei Carta.info einen Artikel zum Thema geschrieben.

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