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Neue ARD-ZDF-Onlinestudie: Mehr Podcasts, mehr Facebook & Instagram — aber Videos toppen alles

Von Dennis Horn

Die neue ARD/ZDF-Onlinestudie ist raus – eine der besten Quellen überhaupt, wenn es um die Internetnutzung in Deutschland geht. Ein paar der interessanten Erkenntnisse aus diesem Jahr.

Die ARD/ZDF-Onlinestudie erfasst erstmals Newsletter als “Internet-Anwendung”. 21 Prozent der Menschen nutzen Newsletter mindestens einmal wöchentlich – während viele Medienhäuser diese Nutzungsform nach wie vor ignorieren. Die tägliche Nutzung liegt bei 8 Prozent.

Fernsehen und Radio sind den Menschen in der Corona-Krise wichtiger geworden, aber noch wichtiger sind ihnen Videoangebote im Netz geworden – und am allerwichtigsten: Artikel und Berichte. Die Nutzung von Texten war 2020 zuletzt gefallen.

Interessant beim Blick auf die Texte: der deutliche Anstieg in der Nutzung von Artikeln “bei anderen Anbietern”, die nicht Zeitungen oder Zeitschriften, Radio- oder Fernsehsender und Social-Media-Plattformen sind. Hier würden mich Details interessieren.

Die Tagesreichweiten für Videos im Internet zeigen, warum es so dringend ist, dass sich die ARD mit ihrer Mediathek beschäftigt: Fernsehsendungen in Mediatheken oder auf YouTube erreichen zusammen nur 8 Prozent – während Streamingdienste deutlicher gewinnen.

Das ZDF gewinnt mit seiner Mediathek stärker dazu als die ARD – und zwar in allen Nutzungsszenarien, sowohl der täglichen oder wöchentlichen als auch der monatlichen oder selteneren Nutzung.

Interessant ist der Blick auf die Audionutzung: Die Nutzung von Podcasts ist 2021 stark gestiegen, 16 Prozent nutzen sie täglich oder wöchentlich. Bei der Nutzung von Radiosendungen oder Beiträgen aus Radiosendungen auf Abruf ging es sogar noch stärker nach oben.

Hochinteressant: Social Media. Die Nutzung von Facebook ist leicht gestiegen (!), die von Instagram sogar sehr deutlich. Pinterest wurde erstmals erfasst und wird stärker genutzt als TikTok – und das wiederum ähnlich stark wie Snapchat (!).

(Randnotiz: Auch dieser starke Sprung bei TikTok führt nur auf 13 Prozent insgesamt. Zu dem Hype um TikTok und zu den Zahlen, die man dazu sonst so liest, stelle ich mir nach Veröffentlichung der ARD/ZDF-Onlinestudie jedes Jahr ein paar Fragen.)

Und zuletzt: die Messenger. Die Alternativen zu WhatsApp haben noch einen weiten Weg vor sich. Die mindestens wöchentliche Nutzung von WhatsApp liegt bei 80 Prozent, die aller Konkurrenten bei jeweils unter 10 Prozent.

Lieber hören, statt lesen?

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