Da staunten die anderen Medien nicht schlecht: Im Sommer 2014 kündigte ein Netzwerk aus im Netz sehr bekannten Journalist*innen den Start von Krautreporter an, wenn 15.000 Personen bereit seien, 60 Euro im Jahr zu zahlen. Und sie schafften es. Ein unabhängiges Online-Magazin, komplett finanziert durch die Leserschaft. So wie es De Correspondent in den Niederlanden vorgemacht hat.

Doch dann kamen die Rückschläge: Das Autor*innen-Netzwerk der ersten Stunde löste sich auf, ein Großteil der ersten Leser*innen wollte nach dem ersten Jahr nicht dabei bleiben. Die Krautreporter mussten sich neu erfinden. Auch als 2020 viele Online-Medien während der Corona-Pandemie einen Run auf ihre Digital-Abos meldeten, ging die Zahl der Unterstützer*innen bei den Krautreportern zurück. Wieder war es Zeit zu handeln.

Heute stehen die Krautreporter so gut wie nie da — sagen sie selbst. Das Rezept? Ausgeklügelte Kampagnen und eine enge Zusammenarbeit mit der Community. Nachdem die Redaktion nach dem turbulenten Start das Licht der Öffentlichkeit mied, tauchen sie jetzt wieder öfters auf. So kippten sie die von der Bundesregierung geplante Presseförderung. Jetzt kündigten sie eine neue Chefredakteurin an. Lisa McMinn übernimmt, zuvor war sie stellvertretende Textchefin und stellvertretende Chefredakteurin bei Vice.

Leon Fryszer ist seit 2020 Krautreporter-Vorstand und in dieser Episode bei uns zu Gast. Er verrät, wie sich die Krautreporter neu erfunden haben, was er über durch Mitgliedschaften finanzierte Medienangebote gelernt hat und was die Krautreporter für die Zukunft planen. Das Gespräch hört ihr ab Minute [5:11].

Weitere Themen:

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  • Marcel Tuljus von Konsole Labs mit Hintergründen zur neuen App [33:35]
  • Bonus-Teil: Das Köpfe-Quiz [50:31]
  • Bonus-Teil 2: Leon Fryszer erklärt, was gute journalistische Kampagnen ausmacht und wo die Wachstumsgrenzen für durch Mitgliedschaften finanzierte Medien liegen [58:37]

Links zur Episode:

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