Anne-Kathrin Gerstlauer (Journalistin & Digitalstrategin) und Simon Hurtz (Journalist, Social Media Watchblog) diskutieren mit Daniel und Herrn Pähler über den Digital News Report 2021.

Zum zehnten Mal ist in diesem Jahr Sommer der wichtige Digital News Report vom Reuters Institut für Journalismus der Universität Oxford veröffentlicht worden. 96.000 Personen aus 46 Märkten haben über ihren digitalen Nachrichten-Kosnum Auskunft gegeben. Wie in den letzten beiden Jahren haben sich Daniel & Herr Pähler die beiden Social-Media-Profis Simon Hurtz (Journalist, Social Media Watchblog) und Anne-Kathrin Gerstlauer (Journalistin & Digitalstrategin) eingeladen, um über die Trends aus diesem zu diskutieren.

Über diese Schwerpunkte aus dem fast 200-Seiten-Report geht es:

1.) Pandemie-Folgen für Medien noch nicht abschätzbar
Im Zuge der Corona-Pandemie brach der Werbemarkt für viele Medien ein, es gab aber positive Effekte: Das Vertrauen wuchs, die TV-Quoten auch. Nachrichtenwebseiten meldeten Rekord-Besuche und Abo-Verkäufe. Doch was bleibt von diesem Trend? Ist er nachhaltig und können Medien diese Entwicklung nutzen? Erste Antworten fehlen noch. Das kann der neue Report zu diesem wichtigen Thema noch nicht zeigen.

2.) Den Newskonsum der nachwachsenden Jugend können Medien noch schlechter einschätzen. Anne-Kathrin Gerstlauer beobachtet wie sich die Rolle von Social-Media, Aggregatoren und Messenger im Nachrichtenkonsum der GenZ verändert, und dass die Medienhäuser diesen dramatischen Wandel noch nicht auf dem Schirm haben. Außerdem wird es noch schwieriger, dieses neue Verhalten zu monetarisieren.

3.) Auf neuen Plattformen sind die alten Gatekeeper inzwischen noch chancenloser. Klassische Medien spielen auf Insta, Snapchat und TikTok eine sehr geringe Rolle für den Nachrichtenkonsum. Dort dominieren Influencer und Promis und genau das wird langfristig eine große Herausforderung, beobachtet Simon Hurtz.

4.)  Deutsche Medienlandschaft polarisiert mit ihren Inhalten weniger stark als in vielen anderen Ländern. Das Vertrauen in Medien steigt global, als vertrauenswürdig und seriös erachtete Medienmarken gewinnen an Reichweite. Aber natürlich gibt es auch Kritik in Deutschland, sagt Daniel: Vor allem Konservative, Rechte oder Ostdeutsche sind unzufrieden mit der Art der Berichterstattung.

5.) Überraschung: Youtube ist die Audio-Plattform. Herr Pähler blickt auf den sich in Deutschland inzwischen wieder etwas langsamer wachsenden Audio-Boom. Für ihn gibt es trotzdem eine Überraschung: Jünger Netznutzer*innen hören über Youtube vor allem ihre Musik. Bei über 40-Jährigen ist Youtube die Podcast-Plattform Nummer 1.

Weitere Themen:

  • Was bleibt, Daniel? Erscheinungstermine für 2 Medien-Serien
  • Was bleibt, Herr Pähler? 2022 kommt der Pumuckl zurück
  • Katharina Köth im Innovationstheater: Die Grenzen der Nutzerorientierung
  • Unser Start-up-Update: Fazit zur Zeit als Fellows im Media Lab Bayern

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