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Es ist ein stürmischer Herbst für Deutschlands Medienmarkt. Eine Hiobsbotschaft aus dem Printbereich folgte der Nächsten. Die Ereignisse der vergangenen Wochen haben die Branche aufgeschreckt. Dass sich der Journalismus verändern wird und muss, steht außer Frage und war eigentlich jedem Akteur bewusst. Aber: Quo vadis, Journalismus? Im Netz wird intensiv und vor allem auch konstruktiv debattiert. Ein Überblick:

Richard Gutjahr beispielsweise hat auf seinem Blog seine “(sprichwörtlichen) 5 Cent” zur aktuellen Zeitungskrise eingereicht. Sein Rezept? Er möchte vor allem den potentiellen Kunden wieder im Mittelpunkt sehen. Nicht der Content sei das Wichtigste, sondern eben der Leser. Die Verlage sollten die Kunden nicht mit Verboten abschrecken, sondern faire Angebote  und bequeme Angebote machen (Kauf einzelner Artikel, Verlagsübergreifende 1-Click-Buy).

Blogger Sascha Lobo glaubt in seiner Spiegel-Online-Kolumne gar nicht an eine Zeitungskrise. sondern eher an eine allgemeine Nachrichtenkrise. Tageszeitungen böten durch ihr gedrucktes und damit langsames Erscheinen eine nicht mehr zeitgemäße Form von Nachrichten an. Dabei besonders zu beachten: Nachrichten seien nicht statisch, sondern gleichen viel mehr einem Fluss. Nachrichten sollten immer live mit einem stetig aktualisierten Hintergrund-Archiv präsentiert werden. Mit Papier habe das Ganze somit eigentlich nichts mehr zu tun. Auch das Internet werde sich darauf einstellen müssen, von der Form eines Artikels Abstand zu nehmen.

Der Noch-Chefredakteur von Zeit Online, Wolfgang Blau, führt auf seiner Facebook-Seite eine lebhafte Diskussion über das Thema. Er sieht das Problem bei dem “journalistischen Konstrukt einer Tageszeitung”.  Dem Gegenüber steht Dirk von Gehlens “Lob der Tageszeitung”. Die Idee der Tageszeitung sei noch lange nicht am Ende, sie müsse nur anders gedacht werden. Er kenne keinen besseren Ort, als dort zu arbeiten und am Medienwandel beteiligt zu sein, schreibt der Social-Media-Leiter der Süddeutschen Zeitung.

Seitdem die Debatte um die Zukunft des Journalismus losgebrochen ist, haben wir dieses Thema begleitet. In der Sendung von diesem Donnerstag (29.11. um 18:00 Uhr bei DRadio Wissen) wird Stefan Plöchinger, Chefredakteur von Sueddeutsche.de, zu Gast sein und an der konstruktiven Debatte teilnehmen. Plöchinger selbst hat seine Gedanken zur aktuellen Krise auf seinem Tumblr-Blog niedergeschrieben. Er schlägt vor, “Leseclubs” einzuführen, um Leser an einer Marke zu binden. Was genau er sich darunter vorstellt, warum er positiv in die Zukunft blickt und wie er die aktuelle Debatte sieht, erklärt er ab 18 Uhr bei DRadio Wissen!

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